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Tinte und Knochen von R. Caine

Titel: Tinte und Knochen – Die magische Bibliothek (Band 1)

Autor: Rachel Caine

Übersetzer: Beate Brammertz

Verlag: Heyne

Seiten: 504 + Playlist der Autorin

gebundene Ausgabe

Fünfteilige Reihe  „The Great Library“

 Klappentext
Die Bibliothek von Alexandria ist die mächtigste Organisation der Welt. In jeder Stadt gibt es eine Zweigstelle, und die Bibliothekare sind einflussreiche Männer und Frauen, die über das Wissen der Menschheit herrschen. Der private Besitz von Büchern ist strengstens verboten. Jess Brightwell liebt Bücher, auch wenn er nur illegal mit ihnen zu tun hat. Er stammt aus einer Schmugglerfamilie, die Bücher auf dem Schwarzmarkt verkauft. Jess' Leben ändert sich von Grund auf, als sein Vater ihn als Spion in den Orden der Bibliothekare eingeschleust. Jess reist nach Alexandria, um in der Großen Bibliothek seine Ausbildung zu machen. Dort kommt er einer gewaltigen Verschwörung auf die Spur – und stellt fest, dass den Großmeistern der Bibliothek ein einzelnes Buch mehr wert ist als ein Menschenleben …

„Du bist klug, Jess, aber Dad liegt in einer Sache falsch: Du hast nicht nur Tinte im Blut. Sie steckt dir in den Knochen. Dein Skelett ist schwarz davon.“ (S. 51)

 

Wie könnte eine Welt aussehen, die von der glorreichen Bibliothek in Alexandria regiert wird, welche das Wissen mit allen teilt und Bücher als höchstes Gut sieht. Höher sogar als ein Menschenleben? 

Zumindest die Brandschatzer, die sich gegen das Monopol der Bibliothek auflehnen, sind der Meinung: Vita hominis plus libro valet. Ein Leben ist mehr wert als ein Buch.

 

„Jess war zum Schmuggler erzogen worden, hatte gelernt, dass Bücher wertvolle Handelsgüter waren und seine Familie ein grundsätzliches menschliches Bedürfnis stillte.“ (S. 202) Schon als Kind hat Jess Brightwell Bücher quer durch London geschmuggelt und im Alter von 10 Jahren ein grauenhafte Erlebnis gehabt: er hat einen Tintenlutscher bei seiner Aufnahme beobachtet, was ihn nachhaltig beeinflusst hat.

Sechs Jahre später vergräbt Jess sich am liebsten in Originalbücher, denn dem Kodex der Bibliothek fehlt es an Papier und Tinte. Es fühlt sich einfach ganz anders an, ein echtes Buch zu lesen. Seinem Vater geht das Verhalten seines mittleren Sohnes gegen den Strich, doch er hat in seine Bildung investiert und möchte die Früchte früher oder später ernten. Deswegen muß Jess an dem Aufnahmetest für eine Ausbildung in der Bibliothek teilnehmen, und möglichst auch bestehen. „Einen Sohn im Bibliotheksdienst zu wissen, könnte dem Clan von immensem Nutzen sein. […] Ich will, dass du unser Ass im Ärmel bist … und vielleicht unser Fürsprecher für den Fall aller Fälle, sollten die Brightwells einmal einen brauchen. Die Bibliothek regiert die Welt, mein Sohn.“ (S. 44-45) Es beginnt ein Abenteuer, daß nicht nur Jess’ Leben verändert.

 

Tinte und Knochen ist nicht nur voll mit Liebe zu Büchern, sondern auch mit Freundschaften, Feinden, einem strengen Gelehrten in einer schwarzen Robe, Krieg, Intrigen und vielen Gefahren. Man lernt die Postulanten, wie die Schüler genannt werden, kennen und lieben, erlebt Abenteuer mit ihnen und verfolgte ihre Entwicklungen. Nebenbei erfährt man durch geheime Schriften, wie die Bibliothek funktioniert, welche Hintergründe einige Entscheidungen haben und daß nichts so ist, wie es scheint. Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven, denn es werden Bücher und Menschen in Brand gesteckt, Herzen gebrochen und Verlust erfahren. Aber es lohnt sich.

 

„Gib nach. Gib auf.

Überlebe.“ (S. 458)

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